Im wunderbar entspannenden Ischia-Urlaub kamen durchaus auch ernste Themen auf den Gesprächstisch. Zusammen mit unseren Tischnachbarn -ein älteres Ehepaar, gemeinsam 150 Jahre jung - kamen wir auf das Thema Kriegsfolgen. Er hat früher in der russischen Enklave bei Kaliningrad gewohnt und wurde via Flüchtlingstreck ins Mutterland zurückgespült. Die Vergewaltigungen der Frauen durch die nachrückenden Russen haben sich auf ewig in sein Gedächtnis gebrannt.
Er hatte das Glück, sich in den Teil Deutschlands durchschlagen zu können, den die westlichen Allierten besetzt hatten. Andernfalls hätte er seine Frau nie getroffen und mit ihr nicht die goldene Hochzeit feiern können...
Meine Freundin und ich - obwohl lange nach Ende des Krieges im Jahr 1961 geboren - sind in gewisser Weise auch "Kriegsfolgen". Ihre Mutter wurde in Dresden ausgebombt und konnte sich retten und somit weiterleben. Meine damals fünfjährige Mutter war in einem zugenagelten Deportationszug aus der heutigen Tschechei und landete mit ihrer Familie in der Sowjetzone, aus der später die DDR wurde. Kurzfristig stand dieser Zug in Stuttgart! Ich hätte also - dann natürlich in anderer genetischer Zusammensetzung - auch im Westen geboren werden können.
Wer weiß, was dann aus mir geworden wäre...
Donnerstag, 16. Juli 2009
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