für die Adventszeit und das Weihnachtsfest habe ich bestellt oder schon gekauft.
Allein das Bestellen eines Wandkalenders mit eigenen Fotos hat wegen des lahm.....igen Hochladens der Bilder über vier Stunden gedauert! Ich weiß ja, daß die Schweiz nicht gerade einen Steinwurf von mir entfernt ist, aber daß der Datenstrom so gemütlich die Berge hochkriechen muss...
Naja, ich habe mir nebenbei einen Märchenfilm angesehen (eine Dosis Happy-End für die Woche) und hoffe nun, daß das Endergebnis der gebrauchten Zeit gerecht wird.
Beim Einkaufen von Gebäckdosen wurde ich gestern Zeugin, wie ein Ausländer, dessen Aufenthaltsgenehmigung ablief, von zwei Beamten kontrolliert wurde, ob er in dem Laden auch nichts geklaut hatte. Manche decken sich wohl noch mit Beutestücken ein, bevor sie unsere Konsumwelt verlassen müssen. Schade, daß dann alle unter Generalverdacht fallen...
Samstag, 31. Oktober 2009
Montag, 26. Oktober 2009
Gefunden
"Was du über dich selbst denkst, ist viel wichtiger als das, was andere über dich denken." Seneca
Es ist eine Weile her, daß ich ernsthaft über mich nachgedacht habe. Im Moment sammle ich eher Informationen unterschiedlichster Art im Netz und in Zeitschriften - über die unvermeidlichen Wechseljahre mit ihren Folgeerscheinungen, über Multitasking, über die Ursachen und die Folgen einer molligen Existenz, über das unordentliche Gefühl Liebe...darüber, daß die Briten das Kommunismus-Experiment besser durchgeführt hätten (nur ein Gedankensplitter aus dem genialen Buch von Bill Bryson: "Reif für die Insel")...über die Freiheit nach dem Fall der Mauer...und so dies und das.
Ich habe noch kein Drehbuch für die Zukunft geschrieben...als undiszipliniertes, dem Käfig entronnenes Nordlicht staune ich dagegen manchmal, wie die Vergangenheit verschwimmt. Die guten alten Zeiten...
Jetzt kommt das Geräusch einer gekrätschten Schallplatte...waren alte Zeiten je gut?
Es ist eine Weile her, daß ich ernsthaft über mich nachgedacht habe. Im Moment sammle ich eher Informationen unterschiedlichster Art im Netz und in Zeitschriften - über die unvermeidlichen Wechseljahre mit ihren Folgeerscheinungen, über Multitasking, über die Ursachen und die Folgen einer molligen Existenz, über das unordentliche Gefühl Liebe...darüber, daß die Briten das Kommunismus-Experiment besser durchgeführt hätten (nur ein Gedankensplitter aus dem genialen Buch von Bill Bryson: "Reif für die Insel")...über die Freiheit nach dem Fall der Mauer...und so dies und das.
Ich habe noch kein Drehbuch für die Zukunft geschrieben...als undiszipliniertes, dem Käfig entronnenes Nordlicht staune ich dagegen manchmal, wie die Vergangenheit verschwimmt. Die guten alten Zeiten...
Jetzt kommt das Geräusch einer gekrätschten Schallplatte...waren alte Zeiten je gut?
Freitag, 23. Oktober 2009
Meine zwei Souvenirkilos
aus Corfu sind vorerst weg durch Weglassen der Nascherei am Abend. Meine Nerven halten den Verlust der Schokodröhnung noch aus...
Gestern habe ich mal so aus Neugier im Internet gestöbert zum pstpstunwortdiät. Da gab es tatsächlich eine Anzeige, in der ein Pflaster beworben wurde, welches das Fett einfach so weg...transferiert. Natürlich wurden Nebenwirkungen nicht erwähnt und natürlich gab es zustimmende Kommentare von Frauen, die das Wunderpflaster erfolgreich getestet und trotz Chips- und Schokofutterei abgenommen hatten. Beängstigend war der Gedanke, daß frau direkt an der Pflasterklebestelle abnehmen sollte. Verwandelt sich frau dann im Extremfall in einen Schweizer Käse???
Als zweites geriet ich an ein Gel, dem dieselbe Wunderwirkung nachgesagt wurde. Also nicht das Löcherstadium, sondern der immense Gewichtsverlust.
Ich bin da sehrsehrsehrsehr skeptisch, auch wenn fünf Kilo pro Woche nicht übel wären...aber zu radikal, ich weiß.
Als drittes landete ich auf der Webseite eines Diätcoaches. Ich gab Größe und Gewicht an - also 1,70m und gerundet 82 Kilo - und bekam eine niederschmetternde Zielsetzung: ich sollte mich auf 62 Kilo runterhungern!
Dieses Gewicht hatte ich irgendwann mal in meiner Wachstumsphase mit ca. 12 Jahren oder so...Bis Weihnachten bestand das Ultimatum darin, 12 Kilo abzuwerfen. Für eine gewisse monatliche Gebühr wollte man mich mit aller Kraft dabei unterstützen. Mit Wegschneiden könnte ich das gesteckte Ziel erfüllen...
Nummer vier auf meiner Liste war der Brigitte-Coach, der mich aber das Kilo-Verlust-Ziel selbst bestimmen ließ. Natürlich muß frau für die Unterstützung ebenso zahlen...nichts ist umsonst, außer der eigene Wille und ein großer Haufen Selbstdisziplin.
Disziplin...ich wußte doch, daß ich den Haken schon kenne...
Ich bleibe vorläufig bei der Schokoeinsparvariante und werde garantiert nicht pflastern oder gelen, versprochen.
Gestern habe ich mal so aus Neugier im Internet gestöbert zum pstpstunwortdiät. Da gab es tatsächlich eine Anzeige, in der ein Pflaster beworben wurde, welches das Fett einfach so weg...transferiert. Natürlich wurden Nebenwirkungen nicht erwähnt und natürlich gab es zustimmende Kommentare von Frauen, die das Wunderpflaster erfolgreich getestet und trotz Chips- und Schokofutterei abgenommen hatten. Beängstigend war der Gedanke, daß frau direkt an der Pflasterklebestelle abnehmen sollte. Verwandelt sich frau dann im Extremfall in einen Schweizer Käse???
Als zweites geriet ich an ein Gel, dem dieselbe Wunderwirkung nachgesagt wurde. Also nicht das Löcherstadium, sondern der immense Gewichtsverlust.
Ich bin da sehrsehrsehrsehr skeptisch, auch wenn fünf Kilo pro Woche nicht übel wären...aber zu radikal, ich weiß.
Als drittes landete ich auf der Webseite eines Diätcoaches. Ich gab Größe und Gewicht an - also 1,70m und gerundet 82 Kilo - und bekam eine niederschmetternde Zielsetzung: ich sollte mich auf 62 Kilo runterhungern!
Dieses Gewicht hatte ich irgendwann mal in meiner Wachstumsphase mit ca. 12 Jahren oder so...Bis Weihnachten bestand das Ultimatum darin, 12 Kilo abzuwerfen. Für eine gewisse monatliche Gebühr wollte man mich mit aller Kraft dabei unterstützen. Mit Wegschneiden könnte ich das gesteckte Ziel erfüllen...
Nummer vier auf meiner Liste war der Brigitte-Coach, der mich aber das Kilo-Verlust-Ziel selbst bestimmen ließ. Natürlich muß frau für die Unterstützung ebenso zahlen...nichts ist umsonst, außer der eigene Wille und ein großer Haufen Selbstdisziplin.
Disziplin...ich wußte doch, daß ich den Haken schon kenne...
Ich bleibe vorläufig bei der Schokoeinsparvariante und werde garantiert nicht pflastern oder gelen, versprochen.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Muuuuus
Ich weiß nicht, wie es in Euren Gärten aussieht, aber in Tucancity ist dieses Jahr Pflaumenschwemme, Apfelüberschuß und Quittenalarm.
Also habe ich mich mit Äpfeln und Pflaumen eingedeckt und wirklich das allererste Mal in meinem Leben selbst Pflaumenmus gekocht. Mal eben ins Internet geschaut und mich für die Backofenvariante entschieden - spart das Umrühren.
1,5 Kilo entsteinen und kleinschneiden, wahlweise pürieren (ich nicht) und mit 400 Gramm Rohrzucker erstmal Saft ziehen lassen und dann mit Zimt & Co. im Backofen bei 150 Grad "arbeiten" lassen.
Am ersten Abend blubberten die Pflaumen munter vor sich hin, entwickelten aber noch nicht so den rechten Mus-Charakter. Also gestern Abend Fortsetzung und siehe da - nun habe ich anderthalb Gläser Pflaumenmus zum Vertilgen.
Geht doch.
Anmerkung an mich selbst: das nächste Mal die Zuckermenge etwas reduzieren.
Die Quitten hängen übrigens noch am Baum, da ist der Reifungsprozeß noch nicht abgeschlossen.
Also habe ich mich mit Äpfeln und Pflaumen eingedeckt und wirklich das allererste Mal in meinem Leben selbst Pflaumenmus gekocht. Mal eben ins Internet geschaut und mich für die Backofenvariante entschieden - spart das Umrühren.
1,5 Kilo entsteinen und kleinschneiden, wahlweise pürieren (ich nicht) und mit 400 Gramm Rohrzucker erstmal Saft ziehen lassen und dann mit Zimt & Co. im Backofen bei 150 Grad "arbeiten" lassen.
Am ersten Abend blubberten die Pflaumen munter vor sich hin, entwickelten aber noch nicht so den rechten Mus-Charakter. Also gestern Abend Fortsetzung und siehe da - nun habe ich anderthalb Gläser Pflaumenmus zum Vertilgen.
Geht doch.
Anmerkung an mich selbst: das nächste Mal die Zuckermenge etwas reduzieren.
Die Quitten hängen übrigens noch am Baum, da ist der Reifungsprozeß noch nicht abgeschlossen.
Montag, 12. Oktober 2009
Wer lesen kann,
ist klar im Vorteil. Freitag hatte ich einen Analphabetenanfall und habe in der Mail einer Freundin einen Wochentag falsch "interpretiert". So nahm ich an, daß sie morgen in Tucanville vorbeikommen wollte. Sie erwähnte aber einen Freitag und nicht einen Dienstag..ups...
Für den letzen Freitag ist es nun zu spät, sich zu verabreden und für den kommenden auch, da ich da nach Tucancity reise.
Da war auch noch so eine Erfindung namens Telefon, wenn ich mich nicht irre...Wer denken kann, hat noch mehr Vorteile, schmunzel.
Irgendwo, irgendwie, irgendwann werden wir uns gewiß treffen. Nur nicht diese Woche.
Für den letzen Freitag ist es nun zu spät, sich zu verabreden und für den kommenden auch, da ich da nach Tucancity reise.
Da war auch noch so eine Erfindung namens Telefon, wenn ich mich nicht irre...Wer denken kann, hat noch mehr Vorteile, schmunzel.
Irgendwo, irgendwie, irgendwann werden wir uns gewiß treffen. Nur nicht diese Woche.
Samstag, 10. Oktober 2009
Schubladentour 3
Heute habe ich meine Zwillingsträger (BHs...gg*) durchprobiert. Da ich jetzt Anflüge von "Altweiberfett" habe, wie es eine meiner Freundinnen höchst uncharmant formulierte, wollte ich sichergehen, daß ich nur BHs behalte, die nicht diesen hierquilltaberallesdaneben-Effekt haben.
Es ist übrigens leider wissenschaftlich erwiesen, daß die im Alter einsetzende natürliche Brustvergrößerung mit der Einlagerung von Fett zu tun hat.
Andere Frauen lassen sich ihre Oberweite bereits in Teenagertagen künstlich vergrößern, ich hätte nichts gegen Größe A einzuwenden. In der Größe gibt es nämlich viel hübschere BHs oder frau kann ganz ohne gehen, und zwar ohne daß es auffällt....nicht wahr? In meinem Mittelalter macht sich doch schon die Schwerkraft bemerkbar.
Ich gehöre übrigens zur der bügelfreien Fraktion - ich kann kneifende Metallteile nicht ausstehen, und Druckstellen im Altweiberfett sind wahrlich kein Vergnügen...
Es ist übrigens leider wissenschaftlich erwiesen, daß die im Alter einsetzende natürliche Brustvergrößerung mit der Einlagerung von Fett zu tun hat.
Andere Frauen lassen sich ihre Oberweite bereits in Teenagertagen künstlich vergrößern, ich hätte nichts gegen Größe A einzuwenden. In der Größe gibt es nämlich viel hübschere BHs oder frau kann ganz ohne gehen, und zwar ohne daß es auffällt....nicht wahr? In meinem Mittelalter macht sich doch schon die Schwerkraft bemerkbar.
Ich gehöre übrigens zur der bügelfreien Fraktion - ich kann kneifende Metallteile nicht ausstehen, und Druckstellen im Altweiberfett sind wahrlich kein Vergnügen...
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Schubladentour 2
Ich bin dabei, mein Gefrierfach leerzuessen. Oder nicht mehr identifizierbare Schätzchen der Verkompostung zuzuführen.
Es ist mir also immer noch ernst mit der Aufräumerei. Solche Anfälle muß frau ausnutzen solange sie dauern.
Natürlich esse ich nicht alles auf einmal, schließlich bin ich außerdem dabei diätlos die Souvenirkilos der letzten drei Urlaube anzugreifen.
Aus Griechenland kam ich mit einem Kampfgewicht von 83,5 kg zurück! Obwohl mir diese Kilos keiner glaubt - alle meinen, ich müßte viel leichter sein??? - sind sie dennoch da. Ich kann mich nicht damit herausreden, daß die Waage falsch geht, da ich es an meinen Klamotten merke.
Wie diätlos geht? An dem Teil meines Plans arbeite ich noch, da ich sofort einen Mordshunger bekomme, wenn ich das Wort Diät auch nur lese oder höre.
Aber es steht geschrieben, daß Übergewicht in engem Zusammenhang mit zuviel Sammelei steht. Auf zur nächsten Schublade!
Es ist mir also immer noch ernst mit der Aufräumerei. Solche Anfälle muß frau ausnutzen solange sie dauern.
Natürlich esse ich nicht alles auf einmal, schließlich bin ich außerdem dabei diätlos die Souvenirkilos der letzten drei Urlaube anzugreifen.
Aus Griechenland kam ich mit einem Kampfgewicht von 83,5 kg zurück! Obwohl mir diese Kilos keiner glaubt - alle meinen, ich müßte viel leichter sein??? - sind sie dennoch da. Ich kann mich nicht damit herausreden, daß die Waage falsch geht, da ich es an meinen Klamotten merke.
Wie diätlos geht? An dem Teil meines Plans arbeite ich noch, da ich sofort einen Mordshunger bekomme, wenn ich das Wort Diät auch nur lese oder höre.
Aber es steht geschrieben, daß Übergewicht in engem Zusammenhang mit zuviel Sammelei steht. Auf zur nächsten Schublade!
Sonntag, 4. Oktober 2009
Schubladentour 1
Angeregt durch ein Buch (Simplify yourself), den Besuch bei meiner messie-esken Tante in Freseniushausen und erfüllt von dem Wunsch, mit meinen gesammelten Schätzen einem Archäologen des 24. Jahrhunderts keine unnötigen Rätsel aufzugeben, habe ich Freitag Revision gemacht.
Eine Schublade war nicht wirklich dabei, aber der Badschrank hat reichlich Fächer und damit Möglichkeiten, Kosmetika aller Art zu horten - in meinem Fall weniger Schminkutensilien als vielmehr Bodylotions, Öle, Cremes für die Füße, die Hände...
Neuerdings (hahaha) haben ja die Kosmetikprodukte ein Symbol, das darüber aufklärt, wie lange die Creme/Paste/etc. nach Öffnen haltbar ist. Ich entdeckte auch noch Schätzchen ohne Symbol.
Alle mutmaßlich und tatsächlich abgelaufenen Cremes wurden entsorgt - die Creme in den Müll, die Tube in den gelben Sack. Teutonische Ordnung muß sein. Altes Körperöl in den Müll, der Glasbehälter in den Container.
Die Aktion ergab ordentlich Platz im Schrank und machte Lust auf weitere Touren.
Fortsetzung folgt!
Eine Schublade war nicht wirklich dabei, aber der Badschrank hat reichlich Fächer und damit Möglichkeiten, Kosmetika aller Art zu horten - in meinem Fall weniger Schminkutensilien als vielmehr Bodylotions, Öle, Cremes für die Füße, die Hände...
Neuerdings (hahaha) haben ja die Kosmetikprodukte ein Symbol, das darüber aufklärt, wie lange die Creme/Paste/etc. nach Öffnen haltbar ist. Ich entdeckte auch noch Schätzchen ohne Symbol.
Alle mutmaßlich und tatsächlich abgelaufenen Cremes wurden entsorgt - die Creme in den Müll, die Tube in den gelben Sack. Teutonische Ordnung muß sein. Altes Körperöl in den Müll, der Glasbehälter in den Container.
Die Aktion ergab ordentlich Platz im Schrank und machte Lust auf weitere Touren.
Fortsetzung folgt!
Samstag, 3. Oktober 2009
Tag der Vereinnahmung
nennen manche den Tag der deutschen Einheit, zum ersten Mal begangen vor 19 Jahren.
Vor zwanzig Jahren war daran noch nicht zu denken, auch wenn die Diktatur arg bröckelte. Wir sind in verschiedenen Städten an verschiedenen Tagen auf die Straße gegangen...also nicht nur montags...und es wurden mehr und mehr und mehr, so daß die Gefängnisse nicht mehr ausgereicht hätten, um uns alle aufzunehmen.
Dieses Gefühl des friedlichen Demonstrierens läßt sich kaum beschreiben...die hilflosen Trenchcoat-Spitzel zwischen uns...die stillschweigende Übereinkunft vieler, die sich gar nicht kannten...wowgh.
Wenn ich dann heute manchmal Demos in den Medien sehe, wo manche nur hingehen, um irgendetwas kaputtzumachen oder irgendjemand zusammenzuschlagen - die Typen sollten sich von uns mal eine fette Scheibe abschneiden.
Was die oben erwähnte Vereinnahmung angeht - wir hatten viele Träume davon, wie das Leben nach der Diktatur aussehen könnte. Stattdessen bekamen wir ein anderes System übergestülpt und mußten damit klarkommen. Ich bin keine Ostalgikerin, die die DEDEER zurückhaben will, und auch kein Jammer-Ossi. Ich versuche mir nur manchmal vorzustellen, wie es gelaufen wäre, wenn die Vereinnahmung nicht so total gewesen wäre...
Ein Prost auf die Freiheit, daß ich das hier schreiben darf ohne in den Bau zu gehen!
Vor zwanzig Jahren war daran noch nicht zu denken, auch wenn die Diktatur arg bröckelte. Wir sind in verschiedenen Städten an verschiedenen Tagen auf die Straße gegangen...also nicht nur montags...und es wurden mehr und mehr und mehr, so daß die Gefängnisse nicht mehr ausgereicht hätten, um uns alle aufzunehmen.
Dieses Gefühl des friedlichen Demonstrierens läßt sich kaum beschreiben...die hilflosen Trenchcoat-Spitzel zwischen uns...die stillschweigende Übereinkunft vieler, die sich gar nicht kannten...wowgh.
Wenn ich dann heute manchmal Demos in den Medien sehe, wo manche nur hingehen, um irgendetwas kaputtzumachen oder irgendjemand zusammenzuschlagen - die Typen sollten sich von uns mal eine fette Scheibe abschneiden.
Was die oben erwähnte Vereinnahmung angeht - wir hatten viele Träume davon, wie das Leben nach der Diktatur aussehen könnte. Stattdessen bekamen wir ein anderes System übergestülpt und mußten damit klarkommen. Ich bin keine Ostalgikerin, die die DEDEER zurückhaben will, und auch kein Jammer-Ossi. Ich versuche mir nur manchmal vorzustellen, wie es gelaufen wäre, wenn die Vereinnahmung nicht so total gewesen wäre...
Ein Prost auf die Freiheit, daß ich das hier schreiben darf ohne in den Bau zu gehen!
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