Samstag, 30. Januar 2010

Schnee satt

liegt in Tucancity. Meine Mutter berichtete von "herrlichen" Verwehungen, die den Nahverkehr von Rostock komplett lahmgelegt haben und damit die berufstätigen Mitmenschen vor ein großes Problem stellen: Wie komme ich zur Arbeit, wenn nichts fährt und ich mein eventuell vorhandenes Auto nicht benutzen soll?
Natürlich: zu Fuß!
Da gibt es nichts zu lachen, im letzten riesigen Winter von 1978/79 bin ich auch öfter die fünf Kilometer zur Arbeit gelaufen. Zurück natürlich auch...wer will schon am Schreibtisch schlafen?!?

Wir hier in Tucanville haben dagegen verhältnismäßig wenig Schnee abbekommen. Natürlich können wir auch glatte Straßen vorweisen, falls das irgendwelche Winterwettbewerbspunkte gibt, aber einen halben Meter verwehten Schnee vor der Haustür...das hat was. Ich wär jetzt gern da, aber der Beamer funktioniert mal wieder nicht.

Freitag, 29. Januar 2010

Schwupps, wo ist der Jänner?

Jänner ist ein anderes Wort für den coolen verschneiten Januar, der seinem Status als Wintermonat dieses Jahr alle Ehre macht. Noch ist ja voraussagetechnisch keine Änderung in Sicht- oder Fühlweite. Ich besitze nur einmal Biberbettwäsche und muß jetzt doch mal auf kühleres Material wechseln, um selbige zu waschen. Notiz an mich selbst: mehr Biber kaufen, denn es wird wohl nicht der letzte "richtige" Winter gewesen sein.
Schneeschieber sind ja auch schon Mangelware, weil sie jetzt einfach überall gebraucht werden. Zweite Notiz an mich: Kaufen, wenn wieder vorrätig.
Sonst könnte es irgendwann problematisch sein, das Auto aus der Garage zu bekommen.

Ansonsten war ich schwer abgelenkt von einigen Facebook-Spielchen und habe ernüchtert festgestellt, daß frau damit viel Zeit verplempert und sich dazu noch über häufiges Rauskicken ärgern muß.
Heute hatte ich massig Freundschaftsanfragen von Leuten, die ich nicht kenne, und habe daher meine Einstellungen stark privatisiert. Die Vorstellung von einer gläsernen Charlotta finde ich erschreckend...und was soll ich mit tausend vermeintlichen virtuellen Freunden, wenn ich die reale Welt aus Zeitmangel vernachlässige?

Auf ins schneeige Wochenende!

Sonntag, 17. Januar 2010

Paula sei Dank

habe ich mir gestern den Film "The KID - Image ist alles" mit Bruce Willis angesehen, der nicht nur in Action-Filmen glänzen kann.
Wie ist das, wenn einem plötzlich das eigene jüngere Ich gegenübersteht? Die erste Reaktion ist typisch amerikanisch - ich gehe zum nächsten Seelenklempner und lasse mir ein absolut sicheres Mittel verschreiben, damit die Halluzination verschwindet. Dumm nur, daß das fleischgewordene Alter Ego nicht mit Pillen zu verscheuchen ist. Also denke ich mir, wenn ich mir als Kind Überlebenstricks beibringe, dann wird sich mein Leben ändern - von der Vergangenheit, wo etwas schiefgelaufen ist, bis heute. Pustekuchen, die Vergangenheit ist nicht änderbar, da es ja kein typischer Zeitreisefilm ist.
Ebenso typisch amerikanisch ist, daß der schlanke Erwachsene seinem pummligen Kind-Ich nur gesundes Essen vorzusetzen versucht. Nur schlanke Menschen sind erfolgreich und schön - diese Maxime ist längst nach Europa übergeschwappt.Der nach heutigen Maßstäben adipöse Knabe weigert sich aber, Gemüse zu essen.

Der Hoffnungsschimmer kommt zum Ende des Films - auch wenn beider Vergangenheit nicht reparabel ist, und der kleine "Willis" alle Leiden eines Loosers durchmachen muß, bis er seine vierziger Version mit Erfolgsstatus erreicht hat, kann er doch immer noch seine Zukunft ändern: den Beruf ergreifen, von dem er geträumt hat (Pilot), einen Hund haben und die Frau heiraten, deren Eroberung ihm vorher undenkbar schien.

Sonntag, 10. Januar 2010

Zuckersüß, Bitterbös

heißt das Programm der Sängerin, Schauspielerin, Autorin und Sprecherin Jule Vollmer, die gestern in Tucanville gastierte. Sie hat natürlich eine eigene Website, auf der man und frau sich Lese- und Singproben anhören kann. Ich verlinke dies hier aber nicht.

Ich Kulturbanause hatte zuvor nie von ihr gehört oder gelesen (jo, Asche auf mein schwarzes Haupt). Aber ich bin ja auch kein Mitglied des Kunstkreises, der sie engagiert hatte.
Zwei nette und vergnügliche Stunden lang bezauberten sie und ihr musikalischer Begleiter (sorry, der Name rauschte mal wieder in meine taube Ohrecke...vermutlich Elmar Dissinger...)das anwesende kunstverständige Publikum mit Chansons und Texten. Mein Favorit war die "Erschöpfung" von Adam und Eva im Paradies, vorgetragen mit einem sehr gekonnten französischen Akzent.
Eine Zugabe erklatschten wir uns, dann ging es nach Hause durch Schnee und Eis. Wobei die Künstler den längsten Rückweg hatten.
Immerhin hatte Daisy gerade eine Pause im Schneeverteilen eingelegt, nur der Wind war aufgewacht...von Sturmstärken aber weit entfernt.

Samstag, 9. Januar 2010

Panik

Zu DEDEER-Zeiten gab es diesen alten Witz: Treffen sich zwei Schneeflocken. Sagt die eine: "Ich gehe in den Westen, da ist alles besser." Da schüttelt die andere den Kopf und sagt: "Ich gehe in die DEDEER, die kriegen dann immer gleich Panik!"

So war es denn auch. Die Züge hatten Verspätung, die Leute froren auf kalten Bahnhöfen, Flüge wurden gestrichen...
Moment mal...genau das passiert heute auch in der gesamten westlichen Welt! Da bleiben teure Hochleistungszüge einfach stehen - lahmgelegt von Schneeflocken! Leute frieren auf kalten Bahnhöfen und verfolgen hilfloses Auskunftspersonal mit bohrenden Fragen! Züge entgleisen! LKWs fallen um...nachdem sie auf glatten Straßen ausgerutscht sind. Flüge werden verschoben oder fallen aus...

Ich erinnere mich, daß 1968 wegen Schneesturm die Schule drei Tage ausfiel. Heute werden auch ohne Schneesturm Schulen geschlossen...

Meine Mutter mußte in den Fünfzigern ein Stück Kohle mit in die Schule bringen - wie ihre Mitschüler auch -, damit das Klassenzimmer geheizt werden und der Unterricht stattfinden konnte. Da kam keiner auf die Idee, die Schule zu schließen.

Die Leute in Sibirien lachen wahrscheinlich über unsere Schnee- und Eisprobleme. Und unsere Technik ist wohl nur für Frühling, Sommer und Herbst ausgelegt...

Dienstag, 5. Januar 2010

Da die Götterbotenpoststelle

Samstag wegen Jahresinventur geschlossen hatte - die mußten nachzählen, wieviel Spielzeug der Weihnachtsmann liegengelassen hat - konnte ich meine Apres-Weihnachtspäckchen erst gestern auf die Reise schicken. Quittengelee und Kekse für zwei Freundinnen, die ich wegen Schädelbrummen nicht besuchen konnte, und ein Aufmunterungspäckchen für eine Freundin, die sich über meinen "Telefonterror" zu Weihnachten beklagt hatte. Sie war gestreßt und krank und wollte partout nicht gestört werden, hatte selbiges auf ihrer Weihnachtskarte aber nicht so glasklar und verständlich ausgedrückt...Naja, Charlotta saß mal wieder im Fettnapf...gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Ich ruf da erstmal nicht mehr an, bis die Lage sich entschärft hat.

Von einer anderen Freundin kam wegen Umzug ins Irgendwo meine Weihnachtskarte zurück. Da sie im Internet anscheinend nirgendwo registriert ist (ist das heute überhaupt noch möglich???), muß ich nun warten, bis sie sich wieder meldet.

Ohmmmmmmmm.....

Montag, 4. Januar 2010

Normaler Tag vier 2010

und gleichzeitig Tag eins des Arbeitslebens 2010. Kaum sind die Silvesterkrapfen verdaut, spielen die Leute schon wieder verrückt. Da haben wohl viel zu wenige den Vorsatz gefaßt, das Neue Jahr ruhiger anzugehen als das vergangene.
Ich habe mir gestern Abend eine große Portion Klassik reingezogen - "Die Zauberflöte" von Mozart. Grauslige moderne Kulissen und Kostüme, aber zum Glück haben sie an der wundervollen Musik nicht "herumgemodelt". Umgekehrt wär schlimmer gewesen...so als wenn Satisfaction plötzlich von Heino gesungen wird...brrrr...

Der Schnee hält, was er am Wochenende versprochen hat, und bleibt uns noch eine Weile treu. Wohl dem, der eine warme Wohnung hat und sich wie ich einen Tee kochen kann. Die nächsten Reisen liegen noch in weiter Ferne, ich habe keine Lust auf Glatteisautobahnen und Grabenschlitterpartien.

Freitag, 1. Januar 2010

Tucanville im Schnee


Pünktlich zu Silvester deckte eine weiße Decke unsere kleine Stadt wieder zu, dämpfte Schritte und Autogeräusche. Eine Freundin von mir, die an einer stark befahrenen Kurve wohnt, meinte, diese Dämpfung hätte sie gern das ganze Jahr. Den Schnee natürlich nicht! Macht sich bei vielleicht dreißig Grad Plus in manchen Sommern auch nicht so leicht (teure Schneekanone, Stromkosten ohne Ende...)

Mein Kopf hatte sich schon zwei Tage vorher in einen Brummschädel erster Klasse verwandelt - ohne jegliches Zutun von alloholischen Getränken - so daß ich meine Reisepläne auf Eis legte (gute Konservierungsmöglichkeit) und mir einen geruhsamen Silvesterabend in meinen vier Wänden bescherte. Kein Sekt, kein-auf-die-Pauke-hauen (viel zu laut)...einfach nur abschalten und vor der Knallerei ins Bett gehen. Perfekt! Den Brummschädel hatte ich natürlich vorher mit einer Tablette zum Verstummen gebracht, ich bin ja keine Masochistin.

Heute - an diesem wiederum verschneiten Neujahrsmorgen - genieße ich das walzerreiche Neujahrskonzert, und mein Kopf ist so gnädig, auch ohne Chemiekeule nicht zu brummen. Bitte weiter so!

Ich bin vorsatzfrei ins Neue Jahr geschlittert - die Sache mit der Abnehmdisziplin hatte ich ja schon 2009 begonnen. Andere Vorsätze kann frau schließlich an jedem beliebigen Tag des Neuen Jahres fassen und auch fallenlassen...gg*

Ein gutes Neues Jahr Euch allen!