Samstag, 3. Oktober 2009

Tag der Vereinnahmung

nennen manche den Tag der deutschen Einheit, zum ersten Mal begangen vor 19 Jahren.

Vor zwanzig Jahren war daran noch nicht zu denken, auch wenn die Diktatur arg bröckelte. Wir sind in verschiedenen Städten an verschiedenen Tagen auf die Straße gegangen...also nicht nur montags...und es wurden mehr und mehr und mehr, so daß die Gefängnisse nicht mehr ausgereicht hätten, um uns alle aufzunehmen.
Dieses Gefühl des friedlichen Demonstrierens läßt sich kaum beschreiben...die hilflosen Trenchcoat-Spitzel zwischen uns...die stillschweigende Übereinkunft vieler, die sich gar nicht kannten...wowgh.

Wenn ich dann heute manchmal Demos in den Medien sehe, wo manche nur hingehen, um irgendetwas kaputtzumachen oder irgendjemand zusammenzuschlagen - die Typen sollten sich von uns mal eine fette Scheibe abschneiden.

Was die oben erwähnte Vereinnahmung angeht - wir hatten viele Träume davon, wie das Leben nach der Diktatur aussehen könnte. Stattdessen bekamen wir ein anderes System übergestülpt und mußten damit klarkommen. Ich bin keine Ostalgikerin, die die DEDEER zurückhaben will, und auch kein Jammer-Ossi. Ich versuche mir nur manchmal vorzustellen, wie es gelaufen wäre, wenn die Vereinnahmung nicht so total gewesen wäre...

Ein Prost auf die Freiheit, daß ich das hier schreiben darf ohne in den Bau zu gehen!

1 Kommentar:

  1. Ja dass denke ich auch manchmal,wenn ich so rundum ehrlich sein darf - nicht so komplett vereinnahmt worden zu sein, wie es dann wohl wäre.

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